Computerspiele werden längst nicht mehr nur von blassen Jugendlichen gespielt, die den Bezug zur Realität verloren haben. Vielmehr sind Computerspiele längst gesellschaftsfähig und sprechen eine breite Masse an Leuten an. Ein wachsendes Genre sind die sog. Rollenspiele. Dabei schlüpft der Spieler in eine virtuelle Rolle und steuert seine Spielfigur durch eine erdachte Welt. In Rollenspielen durchlebt der Nutzer eine fiktive Geschichte. Dafür müssen vielfältige Aufgaben, sog. Quests gelöst werden.

Bei sog. Onlinerollenspielen befindet sich der User in einer serverbasierten Welt. Die Besonderheit hierbei ist, dass er nicht nur mit computergesteuerten Charakteren, sog. NPCs, sondern realen Spielern interagieren kann. Dadurch eröffnet sich eine ganz eigene Dimension der sozialen Struktur. Personen, die (Online-)Rollenspiele spielen schließen sich oft sogenannten Gilden oder Clans an. Das sind spielinterne Gruppierungen. Eine Gilde soll das Gemeinschaftsgefühl stärken und die Bewältigung schwieriger Aufgaben erleichtern, da sich die Spieler einer Gilde gegenseitig helfen.

Das erfolgreichste und beliebteste Onlinerollenspiel ist nach wie vor World of Warcraft. Weltweit kann die bunte Fantasiewelt rund 12 Millionen Spieler für sich begeistern. Dabei sollte betont werden, dass Frauen besonders gerne Rollenspiele spielen im Vergleich zu anderen Genres. Das liegt vermutlich daran, dass Rollenspiele für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Allerdings ist bei Rollenspielen auch Vorsicht geboten. Die virtuelle Welt fasziniert und fesselt einige User so sehr, dass sie völlig vom Spiel gefangen sind und soziale Kontakte vernachlässigen und ihren Verpflichtungen teilweise oder gar nicht mehr nachkommen.

Das Wurzelimperium ist ein kostenloses Browserspiel, bei dem sich alles um das Thema Garten dreht. Doch damit ist nicht nur Blümchen gießen gemeint, sondern es handelt sich hierbei um eine wirklich spannende Wirtschaftssimulation. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Gartenzwerges und bekommt die Aufgabe Willi Wurzel bei seinem Obst- und Gemüseanbau zu helfen. Dieser ist ironischerweise der Onlinespielsucht verfallen und zudem noch frisch verliebt, so dass seinen Gärten die völlige Verwahrlosung droht. Der Spieler hat nach seiner Registrierung nun die Aufgabe seinen virtuellen Garten lukrativ zu bestellen und ihn von Maulwürfen, Unkraut und Steinen zu befreien. Anfangs sind nur wenige Gemüsesorten, wie Karotte und Salat, anbaubar. Mit jedem Level kommen allerdings neue Sorten hinzu. Das reife Obst und Gemüse muss geerntet und auf Märken verkauft werden. Den Erlös erhält der Spieler in Form von “Wimps”, welche die Währung darstellen soll. Desweiteren kann durch Forschung oder Einsatz von Düngemittel die Wachstumszeit verkürzt werden.

Wer seinen Garten noch verschönern will, kann dies mit tollen Deko-Artikeln erreichen. Diese Zierprodukte bringen ebenfalls pro Runde mehr Wimps ein und sorgen für ein angenehmes Verweilen im eigenen Garten. Wie bei fast allen Browserspielen haben die mittlerweile über 15.000 Spieler die Möglichkeit sich mit Hilfe von Chats oder Foren untereinender auszutauschen. Mit der Onlinezeitung “Salatblatt” ist jeder immer auf dem neusten Stand. Das so niedlich daherkommende Wurtzelimperium ist in Wirklichkeit knallharte Marktwirtschaft, die allerdings einen großen Spaßfaktor mit sich bringt. Wer einmal seinen virtuellen grünen Daumen entdeckt hat, ist mit voller Leidenschaft ein echter Gartenzwerg.


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